Ein perfekter Feierabend

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Hach, gibt es nach Feierabend etwas Schöneres als ein Date mit dem heimischen Sofa? Und wenn dann noch eine flauschige Decke, eine kuschelbedürftige Katze (der Hund ist auch ok) und ein Film dazukommen – ein Traum! Nun. Gemütlich auf der Couch herumfläzen lässt sich aber ja streng genommen auch immer. Manchmal muss der Tag am Abend (und das gerne auch werktags!) mit einem riesigen Knall verabschiedet werden, finden wir. Und zwar mit einem ordentlichen Gin Tonic. Oder besser noch: mit der Option auf gleich zehn verschiedene Varianten des Lieblingsdrinks.

Unser After-Work-Highlight im Oktober: der GinSalon

An einem Donnerstagabend im letzten Monat also hat Swanni mich einfach geschnappt und zum GinSalon mitgenommen, einem erstaunlich großen Gin Tasting im PrinzKommaBernhard – organisiert von der Szene Hamburg und dem Hamburger Abendblatt. Zugegebenermaßen waren überragende Überzeugungskünste von Swannis Seite aus nicht wirklich notwendig: Wie ihr vielleicht schon bemerkt habt, liebe ich Gin Tonic. Aber das Sofa ist ja eigentlich auch immer ganz nett… Dennoch, ich habe mich ziemlich schnell überzeugen und an jenem Abend das Auto bei meiner Arbeit tatsächlich stehen lassen: Gin Tonics und Autofahren vertragen sich bekanntlich überhaupt nicht so gut. Und was soll ich sagen? Es hat sich wirklich gelohnt: Der GinSalon ist für alle Gin-Fans ein echtes Schlaraffenland! Allein die Location selbst ist einen Besuch wert. Ich bin selten in der Innenstadt unterwegs und kannte das PrinzKommaBernhard nicht. Deshalb hätte ich mit dem Begrüßungscocktail in der Hand zunächst nicht vermutet, was uns im unteren Bereich des Lokals erwartet: eine richtig schöne Location nämlich, mit Blick aufs Wasser (Bleichenfleet) und industriell angehauchtem Charme – ein perfekter Ort für zehn verschiedene Gin-Bars.

Zehn Gins – zehn Gin Tonics

Die Mehrheit der an diesem Donnerstagabend beim GinSalon vertretenen Wacholder-Spirituosen kommt dabei mit dem Luv & Lee Hanseatic Dry und Sloe GinElephant GinHamburg-ZanzibarHook Sankt Pauli Gin[sic] gin und dem Gin der Manufaktur Lehmitz aus Hamburg, der Skin Gin und der Ortiz IV Purest Gin sind immerhin im Norden zu Hause. Nur Ferdinand’s und Hinricus Noytes mit dem Wismarian Dry und Sloe Gin sind aus Saarbrücken sowie Wismar angereist. Und klar hat kein Gin hier wie der andere geschmeckt – was ja das Tolle an diesem Getränk ist. Der Hamburg-Zanzibar beispielsweise kann mit so außergewöhnlichen Noten wie Kurkuma und rotem Pfeffer punkten, der Skin Gin verwirrt und überrascht mit deutlich mehr als einem Hauch marokkanischer Minze. Im [sic] gin wiederum verstecken sich neben Anis auch rote Beeren, während sich der „Kiez-Gin“ Hook Sankt Pauli wegen der geballten Ladung Wacholder einerseits als einen sehr klassischen Gin präsentiert und andererseits viele fruchtige Botanicals in ihm stecken. Diese verschiedenen Geschmacksrichtungen sind übrigens Gründe dafür, warum ich Gin Tonic so sehr mag. So haben Gins jeder für sich eine ganz eigene Note und können mit unterschiedlichen Tonics kombiniert sogar selbst immer wieder ganz anders schmecken. Wer also mit einem bestimmten Gin Tonic nichts anfangen kann, probiert einfach den nächsten, bis ein aktueller Favorit gefunden ist.

Gins mit Geschichte

Natürlich wissen die Barkeeper einer Bar häufig so einiges über die verschiedenen Ginsorten zu erzählen. Noch viel spannender ist es aber meist, wenn die Menschen hinter dem Gin selbst zu Wort kommen. Beim GinSalon haben Swanni und ich daher die Chance auf richtig gute Getränke genutzt – und gleichzeitig eine Menge über die Geschichten der Gins erfahren können. Dass einer der besten Barkeeper Deutschlands Amando Ortiz IV zum Beispiel nach vielen Jahrzehnten auf der Suche nach dem einen Gin feststellen musste, dass der Gin, wie er ihn sich vorstellt, einfach nicht existiert, und den Gin deshalb mit 12 Botanicals und einer pfeffrigen Note selbst in die Hand nimmt. Oder dass beim Luv & Lee als echter Hamburger Jung durch und durch nicht nur hanseatisch drauf steht, sondern dank ausschließlich typisch norddeutscher Botanicals auch wirklich hanseatisch drin ist.

Wer sich jetzt fragt, ob wir es wirklich geschafft haben, jede einzelne Gin-Tonic-Kombination zu probieren, dem sei gesagt: Ja, haben wir. Wobei wir, um ehrlich zu sein, nur zu Anfang jeder einen eigenen Gin Tonic bestellt haben und irgendwann dazu übergegangen sind, uns einen teilen zu wollen (und trotzdem immer ein eigenes Glas vor sich stehen hatten). Irgendwann blieb immer mindestens die Hälfte stehen. Am Ende haben wir nur noch genippt. Gut, dass die lieben Servicemenschen des PrinzKommaBernhard uns so gut gelaunt mit einer Menge leckerer Burgerhappen versorgt haben! Ohne die Snacks hätten wir garantiert nicht allen Gin-Bars einen Besuch abstatten können. Und das wäre doch äußerst schade gewesen.

11/03/2019 Cynthia Hoedoro
Cynthia Hoedoro